Im Sommer 1970 begannen große Baumaschinen damit, im neu erschlossenen Industriegebiet „Im Boorstück“ (2. Teilerschließung) eine 60 m lange und 24 m breite Industriehalle zu errichten, mit Verwaltungstrakt und Aufenthalts- und Sanitärräumen. Auftraggeber war ein kleines Unternehmen aus Frankfurt, das aus einem 3-stöckigen, kleinen Hinterhofgebäude im Sommer 1971 den Schritt in die große Welt wagte. Heute ist dieses kleine Unternehmen der Weltmarktführer im Bereich der Sektflaschenverschlüsse: Pfefferkorn & Co GmbH.

Ein kleines Gebäude in einem Frankfurter Hinterhof – 3 Etagen, in denen die Büros, die Spritzerei und ganz oben, unter dem Dach, der Werkzeugbau untergebracht waren. Der Platz wurde einfach zu eng, so dass man im Frühjahr 1970 damit begann, sich nach einem geeigneten neuen Standort umzusehen. Wichtig war dabei, neben einer günstigen Verkehrsanbindung, auch die Nähe zu den größten Kunden.

In Simmern war zu dem Zeitpunkt das Gelände „Im Boorstück“ mit einer Mondlandschaft vergleichbar: das ehemalige Waldstück war gerade frisch gerodet. Schnell war man sich einig, dass diese Lage alle Kriterien für das neue Domizil der Firma Pfefferkorn erfüllte. Ein 12.000 m² großes Grundstück wurde erworben und schon Mitte 1970 wurde mit dem Bau des neuen Werkes begonnen, durchgeführt von Unternehmen aus Simmern und Umgebung.

Nach den Gründen für die Verlegung ihres Betriebes nach Simmern befragt, antworteten die damaligen geschäftsführenden Gesellschafter Bernd Pfefferkorn und Viktor Reiter: „Es gibt verschiedene Gründe, die uns veranlasst haben, Simmern als neuen Standort unseres Betriebes zu wählen. Besonders hervorheben müssen wir jedoch die günstige geografische Lage Simmerns im Hinblick auf unsere Hauptkunden, die an Rhein und Mosel konzentriert sind und außerdem unseren Wunsch, uns hier in Simmern auf lange Sicht einen treuen Mitarbeiterstamm heranzuziehen.  Last, but not least freuen wir uns selbst auf die gute Hunsrücker Luft und die Umgebung hier, die uns und unseren Familien eine neue Heimat werden soll.“

Mit 15 Mitarbeitern begann am 02. August 1971 die Produktion in dem neuen Betrieb. Es begann eine stürmische Aufwärtsentwicklung mit jährlichen Zuwachsraten zwischen 40% und 50%. Die neue Halle wurde bereits nach 18 Monaten zu klein, sodass 1973 eine weitere Halle mit 60 m Länge angebaut werden musste. Dafür konnten weitere 5.000 m² Gelände gekauft werden. Außerdem wurden 2 Silos mit 70 t Kapazität errichtet. Die Auslandskontakte wurden nun ausgebaut, der Exportanteil des Umsatzes wuchs.

 

Die Mitarbeiterzahlen stiegen nun auch kontinuierlich an. Von 15 Mitarbeitern mit Produktionsbeginn 1971 auf 23 Mitarbeiter im Jahre 1972 und 25 Mitarbeitern nur ein Jahr später.

Auszug aus dem Bericht zur Betriebsentwicklung 1973:

1977 lag der Exportanteil des Gesamtumsatzes bei 28%. Die wichtigsten ausländischen Kunden waren in Frankreich, England, Italien und Österreich zu finden. Aber auch nach USA, Südafrika, Indien und Neuseeland wurden Kunststofferzeugnisse aus Simmern exportiert.

1978 folgte eine zweigeschossige Lagerhalle mit 2.000 qm Lagerfläche.  Am 18.01.1978 erfolgte der Spatenstich und wenige Monate später konnte die Halle bezogen werden.  Zu diesem Zeitpunkt wurden bereits 33 Mitarbeiter beschäftigt, davon 3 Auszubildende.

1986 folgte die dritte Erweiterung der Betriebsräume, sodass die anfängliche Betriebsfläche um nahezu 50% auf insgesamt 7.700 m² angewachsen ist.

1991 wurde die Silokapazität auf 170 t angehoben.  Zwischenzeitlich hatte sich die Mitarbeiterzahl auf 55 erhöht, davon 8 Auszubildende. Der Marktanteil bei Sektstopfen war auf 53% gestiegen. Als Grund sah man schon damals die ausgezeichnete Qualität der Waren, schnelle Lieferungen und einem im Verhältnis zur Qualität preiswerten Produkt.

Der 1993 in Kraft getretene EG-Binnenmarkt hatte sich für die Pfefferkorn & Co GmbH äußerst positiv ausgewirkt, da sich dadurch die Lieferzeiten verkürzten. Die war sicherlich auch ein Grund dafür, die Silokapazität nun auf 270 t zu erhöhen.

1996 erfolgte die 4. Erweiterung am Standort Simmern. Die neue Halle füllte das verbliebene Grundstück zweigeschossig aus. Außerdem wurde der Bürotrakt um eine Etage aufgestockt. 

Auch wenn seitdem am äußeren Erscheinungsbild keine Veränderungen mehr vorgenommen wurden, hat sich die Firma Pfefferkorn & Co GmbH doch stetig weiter entwickelt. 2007 erfolgte der Einstieg in die 2k-Fertigung, der 2012 mit der Einführung von 2k-Schraubverschlüssen ergänzt wurde.

2013 erfolgte die Eingliederung in die Schneider-Gruppe, was zu Neuentwicklungen im Bereich der Sekt- und Seccoverschlüsse, der Weinverschlüsse und der technischen Artikel führte. Seit 2015 ist der 3D-Druck von Prototypen möglich. Außerdem wurde der Maschinenpark mit einer 2D-CNC-Koordinatenmessmaschine erweitert. Der Sektstopfen „Brillant“ hatte 2016 seine Markteinführung. 2018 konnte die Hochschule Geisenheim den Sektstopfen in Bezug auf Druckhaltefähigkeit, Gehalt freier schwefliger Säure und Sensorik hervorragende Eigenschaften attestieren. Und 2020 wurde die Geschäftsführung in jüngere Hände übergeben, unter deren Einfluss der Maschinenpark erneut modernisiert wurde und die Zertifizierung nach DIN ISO 9001 den Nachweis des erfolgreich implementierten Qualitätsmanagementsystems erbrachte. 

Von Beginn an dem Hunsrück verbunden, unterstützte die Pfefferkorn & Co GmbH auch immer die Region und ihre Vereine. Die Beteiligung am sozialen Leben, auch verbunden mit Mitgliedschaften in Vereinen, war den Geschäftsführern immer ein Anliegen.  

Das familiäre Betriebsklima ist auch heute noch bezeichnend für Pfefferkorn. Bestes Indiz dafür sind die hohen Zugehörigkeitszeiten vieler Mitarbeiter, die schon hier gelernt haben und zum Teil bis in Führungspositionen aufgestiegen sind. 

Die momentane Situation macht größere Feierlichkeiten leider nicht möglich. Nichtsdestotrotz gilt unser Dank natürlich all unseren Kunden und Zulieferern, die uns teilweise schon über viele Jahre begleiten, für die gute und harmonische Zusammenarbeit und das gegenseitige Vertrauen.

Ein weiterer Dank gilt unseren Mitarbeitern, die Höhen und Tiefen gemeinsam mit der Führungsebene bewältigt haben und uns treu und loyal zur Seite stehen.

Wir wollen aber auch den Familien und Angehörigen danken, die unseren Mitarbeitern den Rücken stärken, auch wenn der Arbeitstag mal länger wird oder eine Sonderschicht eingelegt wird.

Das, was die Firma Pfefferkorn bis heute erreicht hat, wäre ohne diese großartige Unterstützung auf allen Seiten nicht möglich gewesen.