Vom Auszubildenden zum Kollegen

Wir gratulieren Herrn Marvin Bast zur bestandenen Prüfung zum Produktdesigner. Und gleichzeitig freuen wir uns, dass wir mit Herrn Bast zwar einen Azubi verlieren, aber einen schon längst geschätzten Kollegen behalten werden. Mit seiner vorbildlichen Leistung während seiner Ausbildung kann er sich nun auch im Berufsalltag bewähren und uns, und unseren Kunden mit seinem Fachwissen zur Verfügung stehen.

Im Folgenden ein kleiner Erfahrungsbericht von Herrn Bast zur Ausbildung zum Produktdesigner:

Meine Ausbildung zum technischen Produktdesigner

 

Der Arbeitsumfang eines technischen Zeichners/Konstrukteurs in unserer Firma ist vielfältig. Das Konstruieren als solches ist nur ein kleiner Teil des Spektrums. Es reicht von der Kalkulation von Angeboten über Planung, Realisation und Fertigstellung von Aufträgen bis hin zur kompletten Projektbetreuung.

 

Aller Anfang ist schwer

 

Schon damals, während meines Abiturs in Koblenz, hatte ich das Fach „Technisches Zeichnen“, in dem mir die Grundlagen wie z.B. richtiges Bemaßen und die verschiedenen perspektivische Darstellungen beigebracht wurden. Durch das genaue Arbeiten sowie meine Vorliebe für Technik fand ich schnell den passenden Ausbildungsberuf.

 

Als ich meine Ausbildung zum technischen Produktdesigner Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion 2016 anfing, begann ein neuer Lebensabschnitt. Das Zeichnen an riesigen Zeichenbrettern gibt es nicht mehr und der Beruf hat sich mit der heranwachsenden Digitalisierung stark gewandelt. Zwar sollte jeder, der diesen Beruf ausüben möchte, immer noch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, gute Mathekenntnisse sowie ein technisches Verständnis mitbringen, doch das Zeichnen mit Tusche und Zeichenbrett wurden durch moderne CAD-Programme ersetzt.

 

In den ersten Wochen und Monaten meiner Ausbildung wurden mir im Betrieb normgerechtes Zeichnen und verschiedene Darstellungsarten beigebracht. Denn jeder Produktdesigner muss sich an eine festgelegt „Sprache“ halten, damit auch Kollegen rund um den Globus die von mir erstellten Zeichnungen verstehen können. Mit voranschreitender Ausbildung wurden mir immer schwierigere Projekte aufgetragen, wie zum Beispiel das Messen mit einer 3D-Messmaschine oder kundennahe Projekte, in denen ich eigenständig arbeiten und planen durfte.

 

Spagat zwischen Berufsschule und Arbeit

 

Schnell stellte ich fest, dass der Inhalt von Berufsschule und Arbeit an manchen Stellen stark voneinander abweicht.

Gewisse Lerninhalte, in meinem Fall Kettentriebe, Hydraulik oder Pneumatik, wurden in meinem Arbeitsumfeld nicht benötigt. Doch bin ich froh, diese Themen in der Berufsschule angeschnitten zu haben, um vielleicht im späteren Arbeitsleben davon profitieren zu können.

 

Endspurt – Die Abschlussprüfung

 

Aufgrund meiner guten Ausbildung und schulischen Leistungen konnte ich die Ausbildung von 3 1/2 Jahren auf 3 Jahre verkürzen. Die sogenannte „Abschlussprüfung Teil 2“ besteht aus zwei Abschnitten, einmal dem schriftlichen Teil und zum anderen dem Auftrag der Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle (PAL) bzw. dem betrieblichen Projekt.

 

Zwischen dem praktischen und mündlichen Teil meines betrieblichen Auftrags stand die schriftliche Prüfung an. Diese wurde bei mir in der Stadthalle in Lahnstein mit anderen Ausbildungsberufen abgehalten. Eine Stunde dauerte der Wirtschafts- und Sozialkundeteil mit Fragen über den Betriebsrat oder die Elternzeit. Im zweiten Teil „Entwicklung und Konstruktion“ wurden technische Fragen über Fertigungsverfahren, Konstruktionsrichtlinien oder mathematische Probleme behandelt.

 

Vor der schriftlichen Prüfung wurde am praktischen Projekt gearbeitet. Bei der Abschlussprüfung konnte ich mich zwischen einem von der Industrie- und Handelskammer vorgefertigten Auftrag oder einem selbst ausgesuchten betrieblichen Projekt entscheiden. Für meine Abschlussprüfung entschied ich mich für einen betrieblichen Auftrag, der dem Tagesgeschäft unseres Unternehmens entsprach. So entwarf ich ein Spritzgießwerkzeug für Zierkappen. Bei der Prüfung kam es nicht nur auf das Konstruieren an, es mussten auch organisatorische sowie mathematische Probleme gelöst werden.

 

Im Verlauf des betrieblichen Auftrags musste ich:

 

  • einen Projektplan erstellen, der den gesamten Ablauf des Projekt widerspiegelt
  • verschiedene Lösungsvarianten finden, entwerfen und bewerten
  • den besseren Entwurf konkretisieren, konstruieren und Zeichnungen erstellen
  • mathematische Berechnungen, wie z. B. für Wärmeausdehnung durchführen
  • das gesamte Projekt zu einer Dokumentation zusammenfassen
  • und zu guter Letzt das Projekt vor einem Prüfungsausschuss vorstellen und ein Fachgespräch führen

Insgesamt hatte ich für das gesamte Projekt 70 Stunden Zeit. Klingt erst einmal viel, doch durch die gesamte Planung von Anfang bis Ende kann die Zeit knapp werden.

 

Ein wichtiger Bestandteil der „Abschlussprüfung Teil 2“ ist die Präsentation sowie das daran anschließende Fachgespräch, denn die hier erzielte Leistung geht zu 35% in die Abschlussnote ein. Dies Präsentation und das Fachgespräch erfolgten rund vier Wochen nach der schriftlichen Prüfung, sodass ich genug Zeit hatte, um mich darauf vorzubereiten. In gerade mal 10 Minuten sollte ich mein gesamtes Projekt vorstellen und in den darauf folgenden 20 Minuten wurde ich über den betrieblichen Auftrag geprüft. Hier wurden vor allem Fragen zu alternativen Herangehensweisen und deren Vor- und Nachteilen gestellt. Dadurch wollten die Prüfer wissen, ob der Prüfling über den Tellerrand hinaus geschaut und sich nicht in alte Schemata festgefahren hatte.

 

Direkt nach dem Fachgespräch erfuhr ich auch schon, dass ich bestanden hatte.

 

Ende gut, alles gut

 

Am Ende meiner Ausbildung bin ich froh, diesen Beruf, aber auch die Firma Pfefferkorn & Co GmbH gewählt zu haben. Das Arbeitsklima ist super und der Beruf fordert mich immer wieder aufs Neue. Das Abschlussergebnis zeigt, dass diese Ausbildung die richtige Entscheidung war. Hiermit möchte ich mich auch bei allen bedanken, die mich auf diesem Weg begleitet haben und mir mit Rat und Tat zur Seite standen!