Mehrkomponenten-Spritzguss – Kombination verschiedener Polymere und verschiedener Eigenschaften

Wie das Wort „Mehrkomponenten“ schon erahnen lässt, werden in diesem Fertigungsverfahren mehrere unterschiedliche Kunststoffe verarbeitet. Dabei kann es sich um verschieden farbige Kunststoffe handeln oder auch um Polymere mit unterschiedlichen Härtegraden.  Die Gestaltungsmöglichkeiten im Mehrkomponenten-Spritzguss sind fast grenzenlos.

Zwei dieser Verfahren wollen wir Ihnen heute vorstellen:

 

Overmolding-Verfahren

„to overmold“ heißt so viel wie „überspritzen“. Im Overmolding-Verfahren werden bereits gefertigte Spritzgussteile („Vorspritzlinge“) in einem weiteren Schritt mit einem weiteren Kunststoff überzogen.  Dazu sind zwei getrennte Spritzaggregate erforderlich.

Das Overmolding-Verfahren ist sicher eine der häufigsten Vorgehensweisen im Mehrkomponenten-Spritzguss, da es sehr präzise und auch kosteneffizient ist. Allerdings ist im Vorfeld das Verhalten der geplanten Polymere miteinander zu prüfen, ebenso wie die vorgesehenen Funktionseigenschaften. Dazu werden Prototypen im 3D-Druck, RTV-Verfahren oder Rapid-Prototypen erstellt.

 

Sandwichmolding-Verfahren

Hierbei fügt sich eine Haut über den eigentlichen Kern. Beide Polymere werden nacheinander in die Kavität eingespritzt, wobei die erste Schmelze sich an die Wand des Formnestes legt, die zweite Schmelze dringt in den Innenraum und bildet dort den Kern. Durch den Quellfluss wird zum einen das erste Polymer vom zweiten bündig und einwandfrei an die Wand der Kavität gedrückt und zum anderen der Kern vollständig vom ersten Polymer umhüllt.

Für die im Sandwichmolding-Verfahren hergestellten Teile werden gerne Recyclingmaterialien für den Kern verwendet, da dieser vom außen liegenden Kunststoff vollständig bedeckt und damit nicht sichtbar ist.

 

Gemeinsam haben die beiden Spritzgussverfahren, dass Maschinen mit mehreren Spritzeinheiten und einer Schließeinheit benötigt werden. So können die gewünschten Formteile in einem Arbeitsgang, mit nur einem Spritzgusswerkzeug und dadurch kosteneffizient hergestellt werden.

 

Im Maschinenpark der Firma Pfefferkorn & Co kümmert sich eine Arburg 420C 1000-350 2K um das Overmolding-Verfahren.  Diese Maschine hat eine Schließkraft von 100 t, einen Drehteller und kann mit Werkzeugen bis 420 x 420 mm Größe arbeiten und hat einen Schneckendurchmesser von 25 x 20 mm.

Unsere TOP 28 2K sind Schraubverschlüsse, die gerne für karbonisierte Produkte eingesetzt werden. Verschiedene Mündungen sind, auf Anfrage, selbstverständlich.

Die Hochschule Geisenheim bestätigt nach einem zwejährigen Vergleichstest im Januar 2018 unseren TOP 28 2K-Verschlüssen in Bezug auf Druckhaltefähigkeit, Gehalt freier schwefliger Säure und Sensorik hervorragende Eigenschaften.

Wir empfehlen Ihnen an dieser Stelle auch unseren Blog-Beitrag „Schraubverschlüsse“.