Technische Kunststoffteile können, im Vergleich zu Metallen, fast grenzenlos geformt und bearbeitet werden.  Sie warten dabei mit Werten wie Temperaturbeständigkeit, guten Gleit- und Reibwerten, hoher chemischer und mechanischer Belastbarkeit sowie geringer Feuchtigkeitsaufnahme und Dichte auf.  Und das bei geringerem Gewicht und schnellerer Serienproduktion. Sie sind korrosionsbeständig, belastbar, stoßfest, leicht und kostengünstig.

Die heutigen modernen Kunststoffe müssen sich gegenüber Metall nicht verstecken.  Polyoxymethylen (POM), Polyamide (PA), Polyphthalamid (PPA) oder Polyarylamid (PARA) z.B. sind durch ihre physikalischen Eigenschaften eine günstige Alternative zu Metall.

Hauptvorteile von Metall sind natürlich Festigkeit, Steifigkeit und elektrische Leitfähigkeit. Und doch erobern technische Teile aus Kunststoff immer mehr Märkte – ihr Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft.

Die verschiedenen Kunststoffe sind in der Lage, für fast jedes technische Metallbauteil eine Alternative zu bieten. Die eingesetzten Fertigungstechnologien können die Beschaffenheit des Kunststoffes und damit seine Steifigkeit und Festigkeit beeinflussen. Viele Kunststoffe sind auch für den Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen. Die Kunststoffteile sind außerdem bis zu 80% leichter als Metallteile und senken so auch die Betriebskosten sowie den Energieverbrauch.  Die hervorragenden Gleit- und Dämpfungseigenschaften sorgen weiterhin für erhöhte Laufruhe, ganz im Sinne des Arbeitsschutzes (reduzierter Geräuschpegel).

Die im Gegensatz zu Metallen geringere elektrische Leitfähigkeit prädestiniert Kunststoffe allerdings wieder für den Einsatz als Isolierung von z.B. elektrischen Leitungen und Kabeln.

Durch den Einsatz von tribologisch modifizierten Kunststoffen kann man oftmals auf eine zusätzliche Schmierung verzichten. Diese Materialien haben einen deutlich geringeren Reibungskoeffizienten und behalten gleichzeitig die hohe mechanische Leistungsfähigkeit des Basispolymers.

Ein weiterer Vorteil von Kunststoff ist die geringe Wärmeleitfähigkeit. Metall leitet Wärme bis zu 160 mal besser als Kunststoff. Die reduzierte Wärmeverschleppung durch Kunststoff hilft also, Prozessenergie einzusparen. Besonders in Produktionsgängen, in denen sich heiße und kalte Temperaturen ständig abwechseln, sollte über Kunststoffbauteile nachgedacht werden.

Hauptargument für den Einsatz von Kunststoffen ist allerdings die einfache Fertigung von komplizierten Formen. Ein einfaches Gewinde z.B. muss mit viel Aufwand in das Metallteil hineingefräst werden, während es beim Spritzguss einfach mitgegossen wird. Die Herstellung von technischen Kunststoffteilen im Spritzgussverfahren bietet daher gigantische Möglichkeiten, da gewünschte Funktionen und Eigenschaften in einem Arbeitsgang – ohne kosten- und zeitintensive Nacharbeiten – miterstellt werden können.

Im 2k-Spritzguss ist eine wirtschaftliche Herstellung von Bauteilen mit unterschiedlichen Materialkombinationen möglich (Hart-/Weichverbindungen).