Anlässlich einer Betriebsleitertagung Kellerwirtschaft der Forschungsanstalt Geisenheim am 2. Juni 1997 begrüßte der damalige Junior-Chef Markus Reiter die Gäste mit folgenden Worten:

 

Die Firma Pfefferkorn & Co GmbH ist ein Familienunternehmen. 1953 wurde die Firma in Frankfurt (Main) von Hans Pfefferkorn gegründet, siedelte 1971 von Frankfurt (Main) nach Simmern (Hunsrück) um und entwickelte sich in den letzten Jahrzehnten zum Marktführer von Sektstopfen aus Kunststoff. Die dritte Generation der Familie des Firmengründers ist heute aktiv in leitenden Positionen des Unternehmens tätig.

Sektflaschenverschlüsse
Etwa bis Mitte der 50er Jahre dieses zu Ende gehenden Jahrhunderts wurden ausschließlich Naturkorken als Verschluss für Sektflaschen eingesetzt. Naturkorken sind auch heute noch der klassische, traditionelle Verschluss für hochwertige Schaumweine. Auf Vor- und Nachteile des Naturkorkens brauche ich vor diesem Auditorium nicht einzugehen. Sie haben selbst genügend Sachverstand und Erfahrung in diesem Bereich.

Etwa 1955 begannen verschiedene Hersteller mit der Entwicklung und Produktion von Sektstopfen aus Kunststoff. Anregungen dazu kamen von kleineren Sektherstellern. Hans Pfefferkorn, der in den Kriegsjahren mit der Konstruktion und Herstellung von Bordkanonen und Gewehren tätig war, erkannte die Chancen, die für den künftigen Einsatz von Kunststoff-Verschlüssen sprachen und ging mit großem Einsatz an die Realisierung des neuen Produktes Sektstopfen heran.

Nach vielen Versuchen hatte sich der Werkstoff Polyethylen als das am besten geeignete Material zur Herstellung von Sektstopfen herausgestellt. Es ließ sich gut verarbeiten, Poly-Stopfen (so werden diese Verschlüsse heute noch benannt) waren vor allem flexibel genug, um die damals noch beträchtlichen Mündungstoleranzen der Flaschen auszugleichen.

Die Firma Pfefferkorn & Co befasste sich seit dieser Zeit vorwiegend mit der Herstellung von Poly-Stopfen. Ein günstiger Preis gegenüber dem Naturkorken stand natürlich immer auf der Prioritätenliste. Vorrang hatte allerdings immer die Funktionalität der Verschlüsse und ihre gleichbleibende gute Qualität und Zuverlässigkeit. Dies wurde vom Markt honoriert.

Der klassische Poly-Stopfen ist zweiteilig, hat einen meist naturfarbigen, geschlossenen Schaft und einen pilzförmigen Kopf, der mit einer Kappe, die in verschiedenen Farben geliefert werden kann, verschlossen wird. Die Kappen können auf Kundenwunsch mit einer attraktiven Goldprägung versehen werden.

Einteilige Poly-Stopfen, bei denen der Kopf geschlossen, das Schaftende aber offen ist, kennen wir vor allem aus dem Ausland. Aber auch Pfefferkorn stellt verschiedene Typen dieser Stopfen her, die fast ausnahmslos exportiert werden. Einteilige Sektstopfen sind immer dann unbedingt erforderlich, wenn das Produkt, meistens Cidre, nach der Abfüllung in der Flasche pasteurisiert wird. Dem enormen Druck, der dann in der Flasche entsteht, könnte ein Polystopfen mit geschlossenem Schaftende nicht widerstehen. Es käme zu Gasverlust oder Ausläufern. Der Schaft des einteiligen Stopfens presst sich dagegen durch den Überdruck gut an die Flaschenmündungen an. Die Flaschen bleiben dicht.

Ein Verschluss aus unserem Hause, für den wir ein Patent erhalten haben, trägt die Bezeichnung TOP 28. Es handelt sich um einen einteiligen Schraubverschluss für kohlensäurehaltige Getränke. Beim Öffnen der Flasche ist das von vielen Verbrauchern erwünschte „pop“ zu vernehmen. Diesen Verschluss bieten wir jetzt auch in Deutschland an. Er ist besonders interessant für den wachsenden Markt der kohlensäurehaltigen, aromatisierten Getränke, aber auch für ¼-Sektflaschen.

Zukunftsaussichten
Im Herbst wird Pfefferkorn zur Fachmesse SIMEI in Milano eine neue Sektstopfengeneration vorstellen. Das in den Jahrzehnten gesammelte Know-how und der neueste Stand der Produktionstechnik werden hier einfließen.

Zierkappen
Anhand der Muster können Sie sehen, wie viele verschiedene Arten und Ausführungen von Zierkappen wir herstellen. Kunststoff ist wirklich ein Allround-Material und fast jede Formgebung ist damit möglich. In unserem hochqualifizierten Formenbau, der mit neuesten CNC-gesteuerten Maschinen ausgerüstet ist, haben wir die Möglichkeit, fast alle Kundenwünsche zu erfüllen.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Die damaligen Zukunftsaussichten sollten sich als richtig erweisen. Der 1997 auf der SIMEI vorgestellte Stopfen „Z“ konnte weiterentwickelt und optimiert werden, so dass Anfang der 2000er Jahre der zweiteilige Stopfen „Pepco“ (Bild links) entstand, mit dem die Pfefferkorn & Co GmbH schließlich zum Weltmarktführer wurde. Auch heute noch ist der Pepco unser Hauptprodukt, neben den vielfältigen individuellen Verschlusslösungen wie Zierkappen, Überkappen, Schraubverschlüssen sowie technischen Teilen für die Bauindustrie, Medizintechnik, Gerätebau, Kosmetik, Automotive und viele weitere Branchen.

Ein Vergleichstest des Instituts für Önologie der Hochschule Geisenheim bestätigt, dass der „Pepco“ in Bezug auf Druckhaltefähigkeit, Gehalt freier schwefliger Säure und Sensorik hervorragende Eigenschaften aufweist (Bericht aus Januar 2018). Der Test wurde über 24 Monate im Vergleich zu Naturkorken, Top 28 2K (Plopp), Drehverschlüssen und Kronkorken durchgeführt. Die Ergebnisse sind natürlich auf die einteiligen Sektstopfen übertragbar.